
Slowenien
FIP Nutzung
Slowenien ist ein relativ einfaches Land für die Nutzung von FIP. Grund dafür ist, dass alle Bahnstrecken im Land von der slowenischen Staatsbahn Slovenske železnice betrieben werden. Dort können FIP Freifahrtscheine und FIP 50 Tickets genutzt werden können.
Reservierungen sind bei einigen Zukgategorien verpflichtend, diese sind vor Ort jedoch vergleichsweise günstig zu erwerben. Für bestimmte Zugkategorien werden zudem Aufschläge fällig, die jedoch auch im Zug noch gekauft werden können. FIP rabattierte Tickets und Reservierungen werden an Schaltern vor Ort verkauft. Wenn der Bahnhof keinen Schalter hat, ist auch ein aufschlagsfreier Kauf im Zug möglich. Bei internationalen Verbindungen gibt es die entsprechend benötigten Fahrkarten an speziell dafür ausgelegten Fahrkartenschaltern an größeren Bahnhöfen.
Wissenswertes
Das Schienennetz von Slowenien umfasst gerade einmal etwas über 1.200 Kilometer, verbindet jedoch trotzdem viele wichtige Orte und Sehenswürdigkeiten miteinander. Die Ost-West-Achse von der zweitgrößten Stadt Maribor über Ljubljana bis an die italienische Grenze bzw. an die Adriaküste ist zusammen mit der Nord-Süd-Verbindung von der österreichischen Grenze über die Hauptstadt bis an die kroatische Grenze die wichtigste Strecke des Landes. Auf vielen elektrifizierten Strecken werden im Regionalverkehr moderne Stadler-Züge eingesetzt. Auf den Nebenbahnen sind dagegen meist deutlich ältere Dieseltriebzüge zu finden.
Die Reisegeschwindigkeiten sind eher langsam. Am schnellsten ist die Verbindung zwischen der Hauptstadt Ljublana und Maribor, auf der bis zu 160 km/h gefahren werden können. Wirkliche Taktverkehre gibt es selten, es verkehren jedoch meist einige Züge pro Tag auf den einzelnen Strecken. Unter der Woche ist dabei die Anzahl höher als am Wochenende, einzelne Bahnhöfe werden auch nur zwischen Montag und Freitag bedient.
Die schönste Bahnstrecke des Landes ist die Wocheinerbahn von Jesenice nach Nova Gorica, die landschaftlich spektakulär durch Berge und Täler führt. Sie führt auch an Bled vorbei, das eines der touristischen Highlights des Landes darstellt. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Ljubljana und der italienischen Grenze liegen mit Postojna und Divača zwei der wichtigsten touristischen Orte.
Anreise und Grenzpunkte
Italien
Aus Italien kann mit Regionalzügen von Villa Opicina ins slowenische Sezana eingereist werden. Früher waren die Züge aus Triest durchgebunden, dies ist jedoch nicht mehr der Fall. Auch gibt es hier aktuell nur noch sehr wenige Verbindungen pro Tag. Für den grenzüberschreitenden Abschnitt werden FIP Freifahrtscheine beider Länder (FS und SŽ) oder ein durchgehendes FIP rabattiertes Ticket benötigt.
Der Grenzübergang Nova Gorica (Strecke Gorizia Centrale – Nova Gorica) wird nur zu besonderen Anlässen im Personenverkehr befahren. Stattdessen kann dieser Abschnitt aber zu Fuß oder mit Bus absolviert werden.
Die Buchung von FIP Tickets für den grenzüberschreitenden Abschnitt zwischen Slowenien und Italien ist online nicht möglich. Über die Trenitalia können jedoch sehr günstige grenzüberschreitende Normalpreistickets erworben werden. Diese sind bei der SŽ teurer.
Kroatien
Von Kroatien aus existieren zwar diverse Strecken nach Slowenien, nicht alle werden jedoch regelmäßig befahren. Die wichtigste Verbindung geht von Zagreb aus und führt über den Grenzübergang Dobova (meist mit Ziel Ljubljana oder sogar darüber hinaus, z. B. nach Österreich). Hier verkehren über den Tag verteilt eine höhere einstellige Zahl an Zügen pro Richtung. Darunter ist auch ein Nachtzug, der von Kroatien über Slowenien weiter nach Westeuropa fährt. Auch von Rijeka aus gibt es einzelne Verbindungen in Richtung Ljubljana. Die anderen Grenzübergänge haben aktuell deutlich weniger Bedeutung. Hier muss besonders gut geplant werden, wenn z. B. von Pula nach Ljubljana gefahren werden soll. Auf allen Verbindungen gilt, dass für grenzüberschreitende Fahrten FIP Freifahrtscheine der SŽ und kroatischen HŽ oder ein durchgängiges FIP ermäßigtes Ticket vorhanden sein muss.
Österreich
Aus Österreich werden alle drei vorhanden Grenzübergänge im Schienenverkehr mehrmals täglich befahren. Aus Villach kann über Jesenice in Richtung Ljubljana und teilweise weiter Richtung Kroatien gefahren werden. Die Verbindungen bestehen meist mindestens alle zwei Stunden. Von Graz aus kann sogar stündlich Maribor direkt mit Fern- und Regionalzügen erreicht werden über Spielfeld-Straß. Seltener und nur im Regionalverkehr bedient wird die Verbindung zwischen dem österreichischen Bleiburg und Maribor. Auf allen Verbindungen sind FIP-Freifahrtscheine der ÖBB und SŽ oder ein durchgängiges FIP ermäßigtes Ticket nötig.
Ungarn
Ungarn und Slowenien sind nur über den Grenzübergang Hodoš im Schienenverkehr direkt verbunden. Hierüber fahren ein bis zwei Fernzüge pro Tag Budapest nach Ljubljana und teilweise weiter bis an die Adriaküste nach Koper. Sie werden auf ungarischer Seite von der MÁV und auf dem slowenischen Abschnitt von der SŽ betrieben. Für eine durchgängige Fahrt ist entweder ein FIP ermäßigtes Ticket oder FIP Freifahrtscheine beider Gesellschaften nötig. Wichtig ist dabei vorher zu schauen, dass die Züge auch wirklich über Hodoš fahren, da es von Ungarn auch die Möglichkeit gibt per Direktzug über Österreich nach Slowenien zu fahren. In diesem Fall wäre bei der Nutzung von Freifahrtscheinen zusätzlich ein ÖBB Freifahrtschein erforderlich. Darüber hinaus existieren vom ungarischen Zalaegerszeg ins slowenische Hodoš noch Regionalzüge, die von GySEV und SŽ betrieben werden. Hier ist also anders als bei den beschriebenen Fernzügen für den ungarischen Abschnitt ein Freifahrtschein der GySEV nötig.


